Wildkräuter erleben ein Comeback, und das aus gutem Grund. Eine Kräuterwanderung kombiniert gleich mehrere Lifestyle-Trends: Regionalität direkt vor der Haustür, Nachhaltigkeit ohne lange Transportwege oder Verpackung, Naturverbundenheit durch achtsames Sammeln. Nicht zuletzt ist es ein Akt der Selbstfürsorge – beim Ernten nährstoffreicher Wildpflanzen, die unseren Körper auf natürliche Weise unterstützen, kann man wunderbar entschleunigen.
Welche Wildkräuter kann ich jetzt ernten?
Jetzt im Frühjahr ist der beste Zeitpunkt für einen Naturspaziergang mit Sammelkorb. Die jungen, zarten Triebe sind besonders mild im Geschmack und lassen sich vielseitig verwenden. Typische Frühlingsboten sind die nährstoffreiche Brennnessel [1], der oft unterschätzte Giersch, der beim Zerreiben der Blätter nach Petersilie riecht [2], die feine Vogelmiere [3] oder der sonnige Löwenzahn [4]. Ebenfalls wertvoll ist Spitzwegerich [5]. Selbst mit dem unscheinbaren Gänseblümchen lassen sich viele Gerichte nicht nur optisch, sondern auch ernährungsphysiologisch aufwerten [6].
Allerdings ist bei manchen Wildkräutern Vorsicht geboten: Auch Bärlauch hat jetzt Saison – er kann jedoch mit giftigen Doppelgängern wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose verwechselt werden. Ein typisches Erkennungszeichen ist der knoblauchartige Geruch beim Zerreiben eines Bärlauch-Blattes zwischen den Fingern [7]. Das vitaminreiche Scharbockskraut wiederum darf nur vor der Blüte verwendet werden, da sich später der Gehalt an Protoanemonin, einem giftigen Pflanzenstoff, erhöht. Auch dann nur in kleinen Mengen verwenden. Knollen und Brutknöllchen sind ganzjährig giftig und sollten nicht verzehrt werden [8].
Wo finde ich essbare Wildkräuter?
Nach Wildkräutern hält man am besten auf unbehandelten Wiesen, an Waldrändern, in Gärten oder auf naturbelassenen Flächen Ausschau. Wichtig ist, nur fernab von Straßen oder intensiv bewirtschaften Feldern zu sammeln, um eine Schadstoffbelastung zu vermeiden. Das Ernten von Wildkräutern in freier Natur unterliegt zwar weniger strengen Regeln als zum Beispiel das Mitnehmen von Obst und Gemüse, jedoch sollte man auch hierbei einen achtsamen Umgang mit der Natur pflegen. Deshalb ist es gut, sich an die sog. Handstrauß-Regel zu halten: das, was zwischen Daumen und Zeigefinger passt, darf geerntet und mitgenommen werden [9].
Was mache ich mit Wildkräutern?
Junge Blätter eignen sich für Salate, Suppen oder grüne Smoothies. Bärlauch wird zu Pesto, Gänseblümchen schmücken Salate, Spitzwegerich kann als Tee zubereitet werden. Wildkräutersammeln bedeutet auch: bewusst entschleunigen, das Smartphone beiseitelegen, riechen, fühlen, schmecken – eine Form von digitalem Detox.
Allerdings unterliegen Wildsammlungen natürlichen Schwankungen. Bodenbeschaffenheit, Klima, Standort und Erntezeitpunkt beeinflussen die Wirkstoffkonzentration erheblich. Für die Herstellung standardisierter Arzneipflanzen sind daher hochwertige Jungpflanzen, kontrollierter Anbau und Qualitätsprüfung entscheidend. Ein Beispiel ist der Heilpflanzenanbau von hevert-Arzneimittel, der auf nachhaltige Kultivierung, geprüfte Böden und schonende Verarbeitung setzt. So angebaute Pflanzen sind Ausgangsmaterial für hochwertige Arzneimittel. Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet hier auch, dass die hevert Heilpflanzen biologisch zertifiziert sind. Das sichert eine gleichbleibend hohe Qualität – eine wichtige Grundlage für wirksame pflanzliche Arzneimittel [10, 11].
Wann mache ich am besten eine Kräuterwanderung?
Der ideale Zeitpunkt für das Sammeln von Wildkräutern ist von März bis Juni, am besten frühmorgens, wenn der Tau abgetrocknet ist und die Wirkstoffe noch nicht durch die Mittagshitze verflüchtigt sind. Viele Volkshochschulen oder Kräuterpädagoginnen bieten geführte Touren an – eine gute Möglichkeit für Einsteigerinnen, sich die wunderbare Welt der Wildkräuter zu erschließen [12]. Auch online findet sich viel Wissenswertes zur Erntezeit und Verwendung einzelner Wildkräuter [13].
Wildpflanzen sind ein spannender, regionaler Einstieg in einen gesunden Frühling. Sie bereichern die Küche und stärken die Naturverbundenheit. Für die gezielte Behandlung oder Vorbeugung von Beschwerden hingegen bieten standardisierte Heil- und Arzneipflanzen aus kontrolliertem Anbau mehr Sicherheit und Verlässlichkeit.
Beides hat seinen Platz: Arzneimittel für die medizinische Anwendung bei konkreten gesundheitlichen Beschwerden, Wildkräuter für die (tägliche) Ernährung aufgrund ihrer wertvollen Vitalstoffe.