Die Teufelskralle (lat. Harpagophytum procumbens) ist eine der am häufigsten eingesetzten Arzneipflanzen bei rheumatischen Beschwerden. Ursprünglich stammt sie aus den Savannenregionen Namibias, Botswanas und Südafrikas. Ihren markanten Namen verdankt sie den hakenförmigen Auswüchsen ihrer Früchte, die sich in den Hufen von Tieren verfangen – ein Bild, das an eine „Kralle des Teufels“ erinnert [1].
Kurioses und Interessantes über die Teufelskralle
Die Teufelskralle ist auch unter dem Namen „Trampelklette“ bekannt, aus folgendem Grund: Die spitzen Widerhaken der verholzten Früchte bohren sich in die Hufe verschiedener Savannentiere und werden so über ein weitläufiges Gebiet verbreitet. Dabei ziehen sich die Tiere nicht selten schlecht heilende Verletzungen zu. Der Gattungsname Harpagophytum stammt eigentlich vom griechischen „harpagos“ und bedeutet „Enterhaken“. So gefährlich dies alles klingt, so naturheilkundlich wertvoll ist doch die Teufelskralle [1].
Geschichte und botanischer Hintergrund
Bei der Teufelskralle handelt es sich um eine Pflanze aus der Familie der Sesamgewächse (lat. Pedaliaceae), welche am Boden kriechende 1,5 bis 2 Meter lange Stängel ausbildet. Aus ihren 5 cm großen, rotvioletten Blüten entwickeln sich hakenförmige, schnell verholzende Früchte [1].
Medizinisch relevant sind jedoch die sogenannten sekundären Speicherwurzeln der Teufelskralle, knollenartige Seitenwurzeln, in denen die Pflanze Nährstoffe lagert. Diese werden nach der Ernte gewaschen und noch frisch in Scheiben geschnitten, bevor sie getrocknet werden [1].
Die indigene Bevölkerung Namibias, insbesondere die San (Buschmänner), nutzte die Pflanze traditionell bei Schmerzen, Fieber und Verdauungsbeschwerden. Das Heilwissen der San gelangte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – mutmaßlich durch Soldaten – nach Europa, wo die Teufelskralle bald bei chronischen Gelenk- und Rückenbeschwerden eingesetzt wurde [2].
Was bewirkt Teufelskralle?
Bereits 1958 beschrieb Professor Zorn (Universität Jena) in frühen tierexperimentellen Untersuchungen eine entzündungshemmende und antiarthritische Wirkung der Teufelskrallenwurzel. Bemerkenswert war die nachhaltige Abschwellung entzündeter Gelenke – selbst nach Absetzen der Behandlung schritt die Heilung weiter fort [3].
Die medizinisch relevanten Inhaltsstoffe sind eine Gruppe pflanzlicher Wirkstoffe, die sogenannten Iridoidglykoside, insbesondere Harpagosid (der wichtigste und am besten erforschte Wirkstoff), daneben Harpagid und Procumbid. Diese wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und leicht antioxidativ. Studien zeigen, dass standardisierte Extrakte mit ausreichendem Harpagosid-Gehalt eine relevante Wirkung bei chronischen Rücken- und Arthroseschmerzen entfalten können [3, 4].
Das antientzündliche Wirkspektrum wird in Studien mit einer entzündungshemmenden Wirkung beschrieben und zeigt ein vergleichsweise günstiges Nebenwirkungsprofil [3]. Die Europäische Wissenschaftliche Kooperative für Phytotherapie (ESCOP) empfiehlt bei Arthrose und Rückenschmerzen eine Anwendung von mindestens drei Monaten [1, 3].
Was kann ich unterstützend bei meiner rheumatischen Erkrankung tun?
Neben Bewegung, Gewichtsregulation und entzündungshemmender Ernährung kann eine gezielte pflanzliche Unterstützung sinnvoll sein. Insbesondere bei chronischen, nicht-akuten Beschwerden und Schmerzen des Bewegungsapparats gilt Teufelskralle als eines der bestuntersuchten Mittel. Wichtig ist die Wahl klinisch geprüfter Präparate mit ausreichendem Harpagosid-Gehalt [3].
Moderne naturheilkundliche Anwendung: Teufelskralle im homöopathischen Kombipräparat
Neben pflanzlichen Heilmitteln auf Basis konzentrierter Wirkstoffe gibt es einen weiteren naturheilkundlichen Anwendungsansatz, der auf einem anderen Wirkprinzip beruht: Teufelskralle hevert Complex [5] ist ein homöopathisches Arzneimittel mit einer Kombination aus vier Wirkstoffen: Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist darin als Urtinktur – also als unverdünnte Ausgangstinktur der Wurzel – enthalten und bleibt damit namensgebender Hauptwirkstoff. Ergänzt wird sie durch drei weitere Wirkstoffe in homöopathischen Potenzen: Ledum (Sumpfporst), Rhus toxicodendron (Giftsumach) und Tartarus stibiatus (Brechweinstein), die sich in ihrem Wirkspektrum gegenseitig ergänzen.
Das Präparat – bislang bekannt unter dem Namen „Bomarthros Harpagophytum Complex” [6] – wird zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden und chronischer Gelenkschmerzen eingesetzt. Es weist auch bei längerer Anwendung eine gute Verträglichkeit auf und ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.