Pollen fliegen früher, länger und stärker – und immer mehr Menschen reagieren darauf. Doch was genau passiert im Körper, wenn eine Pollenallergie entsteht? Warum sind so viele betroffen und was hilft wirklich im Alltag? Dieser Beitrag erklärt Auslöser und zeigt, wie Naturheilkunde und einfache Maßnahmen die Pollensaison erträglicher machen können.
Pollenallergien gehören zu den am weitesten verbreiteten allergischen Erkrankungen in Deutschland. Das bestätigt eine aktuelle forsa Umfrage im Auftrag des AOK Bundesverbands. Demnach hat mehr als jede dritte befragte Person (36 Prozent) eine ärztlich diagnostizierte Allergie. Am häufigsten ist mit 59 Prozent die Pollenallergie – umgangssprachlich als Heuschnupfen bezeichnet. Die Beschwerden beeinträchtigen viele Betroffene erheblich. Rund 70 Prozent der diagnostizierten Allergiker geben an, im Alltag eingeschränkt zu sein – besonders beim Aufenthalt im Freien und im Schlaf [1].
Wie entsteht eine Pollenallergie?
Kurz gesagt: Eine Allergie entsteht, wenn der Körper auf eigentlich harmlose Substanzen wie Pollen (Allergene) überempfindlich reagiert. Das Immunsystem startet dann eine Abwehrreaktion: Es bildet zunächst spezielle Antikörper (Sensibilisierung), die an bestimmte Immunzellen binden. Beim nächsten Kontakt mit dem Allergen setzen diese Zellen Botenstoffe wie Histamin frei und es kommt zu allergischen Reaktionen wie Niesattacken, tränenden, juckenden Augen oder einer laufenden Nase [2]. Wichtig: Eine Pollenallergie ist kein harmloser Schnupfen, sondern kann unbehandelt das Risiko für Asthma erhöhen. Vor allem anhaltende oder belastende Allergiesymptome sollten deshalb unbedingt ärztlich abgeklärt werden [1].
Pollenallergie – Warum sind heute so viele betroffen?
Die Entstehung von Allergien hat viele Ursachen. Neben persönlichen Faktoren wie Veranlagung und Lebensstil spielen Umweltfaktoren eine zentrale Rolle [3]. So beeinflussen Klimaveränderungen und Luftschadstoffe die
- Dauer der Pollensaison: Wegen milder Temperaturen warnt die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) teils schon im Dezember vor den ersten Pollenflügen.
- Pollenmenge: Umweltgestresste Pflanzen produzieren mehr Pollen, um ihren Fortbestand zu sichern [3]. Je mehr und je länger sich Pollen in der Luft befinden, desto größer ist das Risiko, dass auch bislang nicht Erkrankte eine Allergie entwickeln [4].
- Allergenität von Pollen: Schadstoffe wie Feinstaub oder Ozon können Pflanzen belasten und ihre Pollen „aggressiver“ machen. Dadurch können Beschwerden wie Niesen, Jucken oder tränende Augen häufiger, stärker oder länger auftreten [3].
- Ausbreitung allergieauslösender Pflanzen wie Ambrosia in neue Regionen [3].
Selbsthilfe: Was tun gegen Pollen?
Vor Pollen kann man sich im Alltag kaum komplett schützen. Einige einfache Maßnahmen helfen aber die Belastung und damit die Beschwerden zu verringern. Wichtig ist, Aufenthalte im Freien und das Lüften der Wohnung auf Zeiten zu legen, wenn draußen weniger Pollen unterwegs sind. Pollenflugkalender und aktuelle Pollenflugvorhersagen, z.B. der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, helfen, belastungsarme Tage zu erkennen. Nach dem Aufenthalt draußen sollte man die Kleidung wechseln, duschen und vor allem die Haare waschen. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. empfiehlt, Haare abends zu waschen oder gründlich auszubürsten, damit keine Pollen ins Bett gelangen. In Innenräumen können Pollenschutzgitter, Luftreiniger oder regelmäßiges feuchtes Wischen die Belastung verringern.
Naturheilkunde bei Heuschnupfen
Naturheilkundliche Ansätze können die schulmedizinische Behandlung von Allergien auf verschiedene Weise unterstützen, indem sie das Immunsystem regulieren, Entzündungen dämpfen und die Schleimhäute beruhigen. So kann es gelingen, die Dosis von Antihistaminika oder Asthmasprays zu reduzieren.
Heilpflanzen wie Pestwurz, Brennnessel [5] sowie der Pflanzenstoff Quercetin [6] besitzen nachweislich antiallergische Eigenschaften. Eine besonders gut untersuchte Heilpflanze ist Galphimia glauca (z.B. in Contrallergia hevert Heuschnupfentropfen und Contrallergia hevert Heuschnupfentabletten). So zeigte die Meta Analyse von elf Studien zu Galphimia glauca bei Pollenallergie: Rund 80 Prozent aller Patienten verspüren eine deutliche bis vollständige Linderung der Augen- und Nasensymptome [7]. Zusätzlich können einfache Maßnahmen wie Nasenspülungen helfen, die Schleimhäute zu befeuchten und Pollen auszuspülen [8].
Zur Unterstützung des Immunsystems spielen neben naturheilkundlichen Maßnahmen auch Mikronährstoffe eine wichtige Rolle: Beispiele hierfür sind Vitamin C (z.B. Vitamin C hevert 500 mg gepuffert), Vitamin D (z.B. Vitamin D3 hevert 2000 IE Immun Aktiv) und Zink (z.B. Zink hevert 25 mg) [9] sowie eine darmgesunde Ernährung in Kombination mit ausgewählten Probiotika. Ebenso wichtig sind Lebensstilmaßnahmen: Stressreduktion, Bewegung an der frischen Luft an belastungsfreien Tagen und wohltuende Wärmereize – etwa durch Saunagänge – unterstützen den Organismus dabei, weniger empfindlich auf Pollen zu reagieren.
Fazit: Die Pollenbelastung nimmt zu – und damit auch Allergien. Ein Mix aus einfachen Alltagsmaßnahmen, naturheilkundlicher Unterstützung und einem gesunden Lebensstil kann die Pollensaison deutlich erträglicher machen.